montessori schule landau

Freie Montessori Schule Landau

Integrierte Gesamtschule
Bis zum Abitur: gemeinsam lernen, miteinander reifen

1. Unsere Schule

1.1 Die Einrichtung
1.2 Unser Ziel
1.3 Unser Weg

2. Pädagogisches Konzept

2.1 Freie Arbeit / Individuelles Lernen
2.2 Die Vorbereitete Umgebung
2.3 Regeln und Rituale
2.4 Altersmischung
2.5 Lernzeit / Ganztagsschule
2.6 Inklusion
2.7 Veränderte Lehrerrolle
2.8 Individuelle Leistungsrückmeldung
2.9 Elterngespräche / Entwicklungsgespräche
2.10 Orientierungen

3. Unsere Schwerpunkte

3.1 Aktive Beteiligung der Schüler (Partizipation)
3.2 Schullandheimaufenthalte
3.3 Lernangebote an verschiedenen Orten
3.4 Dokumentation der Lernfortschritte
3.5 Übergänge
3.6 Elternbeteiligung
3.7 Tage des Miteinanders
3.8 Öffentlichkeitsarbeit
3.9 Berufsorientierung
3.10 Sprachen
3.11 Die besondere Situation der Lernstufen 7 bis 10
3.12 Modellschule Medienkompetenz

Unsere Schule

1.1 Die Einrichtung

Nach dem Motto „Groß und Klein unter einem Dach“ gehören zur Freien Montessori Schule Landau (MSL) neben einer dreizügigen Integrierten Gesamtschule (IGS) mit gymnasialer Oberstufe, eine zweizügige Grundschule mit 8 Klassen und ein Kinderhaus mit drei Gruppen im Alter von 1 bis 6 Jahren. Die Trägerschaft der Schule liegt in Händen des Vereins Elterninitiative Freie Montessori Schule Landau e.V. Alle Schulzweige sind staatlich anerkannt.

1.2 Unser Ziel

Die Entwicklung der Persönlichkeit eines jeden jungen Menschen ist unser erklärtes Ziel. Dazu gehören die Stärkung des Selbstvertrauens und der Eigenständigkeit wie auch der Aufbau von Verantwortungsbewusstsein und Toleranz. Jeder Jugendliche soll den Schulabschluss erreichen können, der seinen Potentialen entspricht.

1.3 Unser Weg

Gegenseitiger Respekt und Achtung sind die Basis für ein friedliches Miteinander. Wir respektieren die Individualität der Kinder und Jugendlichen und gehen auf Entwicklungsstand und Interessen wie auch auf Stärken und Schwächen gleichermaßen ein. Das gemeinsame Lernen ohne Aussonderung ermöglicht soziale Erfahrungen und minimiert Wettbewerb und Vergleich. Unser Grundsatz: „Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche,  wie der auf dem die Starken sich vervollkommnen.“ (Maria Montessori)

Pädagogisches Konzept

Das pädagogische Konzept Maria Montessoris baut auf der Erkenntnis auf, dass sich Lernen im Tun vollzieht, die „tätige Hand die Intelligenz fördert“. Lernen ist ein innerer Prozess, der von Erwachsenen begleitet und unterstützt, aber nicht bestimmt werden kann. Dazu braucht es folgende Bedingungen:

2.1 Freie Arbeit/Individuelles Lernen

Die von Maria Montessori entwickelte Form der Freien Arbeit ist die Kernzeit des Lernens.
Die Freie Arbeit steht in den Stufen 4/5/6 im Mittelpunkt des Lernens und gibt Raum für eigene Fragen und Themen der Kinder. Die Bereiche Sprache und Mathematik sind eingeschlossen. Eine zweite Fremdsprache und ein Wahlpflichtfach werden in Lernstufe 6 neu angeboten. Die Kosmische Erziehung findet am so genannten Kosmostag in Projektform statt.

In etwas anderer Form findet die Freie Arbeit ab Lernstufe 7 innerhalb eines Faches in den jeweiligen Fachwerkstätten für Mathematik, Sprachen und Naturwissenschaften statt. Die Jugendlichen arbeiten geleitet von einem schriftlichen Lernbegleiter auf ihrem Niveau und wählen Inhalte und Materialien selbsttätig. Sie erhalten Einführungen und Darbietungen neuer Inhalte entweder individuell oder in Gruppen. Zur Verfügung stehen ihnen die klassischen Montessori Materialien, Weiterentwicklungen sowie Lernkarteien und verschiedene Versionen von Lehrbüchern auf unterschiedlichen Lernniveaus.

Die Freie Arbeit in den Lernwerkstätten wird in den Stufen 9 und 10 ergänzt durch Fachmodule, in denen auch gezielte Vorbereitungen auf die Abschlussprüfungen der Berufsreife und des Sekundarabschlusses I stattfinden. „Das selbstständige Handeln führt das Kind auf den Weg in die Unabhängigkeit.“ (Maria Montessori)

2.2 Die Vorbereitete Umgebung

Die Klassenräume sind hell und freundlich gestaltet und so ausgestattet, dass eine Lernatmosphäre entsteht, die Arbeiten in Ruhe und Konzentration ermöglicht, gleichzeitig aber auch Aktivität und Bewegung zulässt. Zur Ausstattung gehören Entwicklungs- und Lernmaterialien für alle Jahrgänge und darüber hinaus gezieltes Material für besondere Entwicklungs-bedürfnisse. Das Montessori Material steht den Kindern und Jugendlichen in offenen Regalen übersichtlich und geordnet für die selbstständige Arbeit zur Verfügung. Jeder Klassenraum enthält einen PC zur Recherche und zahlreiche Nach-schlagewerke. Daneben lernen und arbeiten die Kinder und Jugendlichen in Fachwerkstätten für Mathematik, Naturwis-senschaften, Sprachen, Musik und Kunst, die ebenfalls mit Nachschlagewerken, PC und Materialien für die Freie Arbeit wie auch für die Projektarbeit ausgestattet sind. Eine Schülerbibliothek mit entsprechender Ausstattung auch für Online-Recherchen ist im Aufbau.

Das Lernen in Erfahrungsfeldern außerhalb der Schule ergänzt das Angebot. Ebenso bietet die Schule weitere Betäti-gungs- und Lernfelder, die dem sozialen Leben und der Gemeinschaft dienen, wie zum Beispiel Klassenrat, Schülerpar-lament, Schüler- und Elterncafé, Theater, Mensa u.v.m. Dazu gehört auch die Mitarbeit von Jugendlichen in der Grundschule oder die Betreuung von Grundschulkindern im Nachmittagsbereich.

2.3 Regeln und Rituale

Freiheit braucht Bindung – besonders beim selbstbestimmten Lernen. Freie Wahl der Arbeit heißt die Entscheidung für eine Tätigkeit oder ein Thema zu treffen, zu planen und die Arbeit durchzuführen. Dazu gehört auch die Vorbereitung des Arbeitsplatzes und das Aufräumen am Ende der Arbeit. Die Hauptregel für die Lernzeit heißt „Jeder hat das Recht in Ruhe zu lernen“!  Daraus ergeben sich Regeln für den Umgang miteinander. Zusammenarbeit ist jederzeit möglich, solange keine Ablenkungen und Störungen für Andere entstehen. Die Freiheit des einzelnen hört dort auf, wo die Freiheit eines anderen eingeschränkt wird.

2.4 Altersmischung

Die Kinder und Jugendlichen lernen und arbeiten in altersgemischten Gruppen bei Klassengrößen von ca. 20 Schülern. Altersmischung bedeutet auch Mischung der Entwicklungs- und Leistungsebenen der Kinder und Jugendlichen und ermöglicht sowohl gemeinsames Lernen wie auch lernzieldifferenziertes Arbeiten mit dem Ziel unterschiedlicher Bildungsgänge und Schulabschlüsse.

Die Mischung stellt sich wie folgt dar: Es gibt die Kombinationen 4 bis 6, 5/6, 7 bis 9, 9/10 und 10. Die Zuordnung zu einer Lerngruppe hängt von der persönlichen Situation der Kinder und Jugendlichen ab und wird sorgfältig beraten.

2.5 Lernzeit/Ganztagsschule

Der individuelle Lernweg impliziert neben gezielten Angeboten und freier Wahl auch die eigene Lernzeit. Den Kindern und Jugendlichen steht die Zeit zum Lernen zur Verfügung, die sie brauchen. Sie können verweilen, wiederholen und sich in Ruhe auf eine Arbeit in dem Tempo einlassen, das ihnen eigen ist.

Die Unterrichtszeit beginnt gleitend um 7:45 Uhr und schließt montags bis donnerstags den Nachmittag bis 15:45 Uhr mit ein.

Wie in der Grundschule steht den Jugendlichen die erweiterte Lernzeit zu. Sie beinhaltet neben klassenübergreifenden Wahlmöglichkeiten in den Stufen 7 und 8 auch Schwerpunkte im musischen Bereich, Fremdsprachenunterricht sowie freie Studierzeit. Individuell besteht die Möglichkeit der Flexibilisierung eines Nachmittags zur Wahrnehmung einer Aktivität außerhalb der Schule wie z. B. Vereinssport, Konfirmandenunterricht oder einer spezifischen Therapie.

2.6 Inklusion

Wir stellen uns als Montessori Schule dem gesellschaftlichen Anspruch auf Teilnahme und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder besonderem Förderbedarf und kommen diesem als Schwerpunktschule mit entsprechenden personellen und räumlichen Ausstattungen nach. Je nach Notwendigkeit und Grad der Beeinträchtigung werden Kinder von schuleigenen Schulbegleitern/-innen unterstützt. Diese verstehen sich als Teil der Gruppe und unterstützen „ihre“ Kinder zusammen mit den Lehrern/-innen. Unser Anliegen ist es, dass die jungen Menschen einen Platz in der Gruppe finden und ihren Fähigkeiten entsprechend eingebunden sind und lernen können. Auch hier gilt der Grundsatz der gemeinsamen Verantwortung für jedes Kind.

2.7 Veränderte Lehrerrolle

„Die neue Lehrerin“, wie Maria Montessori sie bezeichnet, begegnet dem Kind mit Achtung und Respekt und versteht sich als Begleiterin der kindlichen Entwicklung. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Vorbereitung der Lernumgebung und damit die Bereitstellung von Lernmaterial und die Beobachtung. Die Beobachtung ist die Grundlage für gezielte Angebote, Einführung des Materials und Hilfestellungen, wann immer sie notwendig sind. Außerdem ist sie zuständig für eine individuelle Beratung der Kinder und Jugendlichen wie auch der Eltern.
An der Montessori Schule unterrichten Lehrer/-innen aller Schularten. Sie haben eine pädagogische Ausbildung und absolvieren eine zweijährige Montessori Zusatzausbildung. Das gesamte Team bildet sich durch schulinterne Studientage und durch externe Bildungsangebote weiter.

Klassenlehrer/-innen und Fachlehrer/-innen bilden Teams, die von Schulbegleitern unterstützt werden. Die Verantwortung für eine Klasse wird gemeinschaftlich vom Klassenlehrer und den Tutoren getragen.

2.8 Individuelle Leistungsrückmeldung

Die Kinder und Jugendlichen erhalten halbjährlich Briefe. Diese Entwicklungsberichte beziehen sich  auf Lern- und Leistungsverhalten in einzelnen Fächern und Projekten sowie auf soziale Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen. Sie enthalten außerdem ab Lernstufe 7 eine zusammenfassende Bewertung der Leistung, gemessen am Lernniveau der Lernstufe (nicht im Klassenvergleich!). Wichtig ist dabei die Kommunikation mit den Jugendlichen über ihre Leistungen, um Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung in Beziehung zu setzen. Aufgrund des Lerntagebuchs und der Lernbegleiter/-innen ist das Nachvollziehen der eigenen Arbeit gut möglich. Den Bewertungen liegen unterschiedliche Formen der Leistungserhebung zugrunde. Sie beziehen den individuellen Lernweg der Kinder und Jugendlichen mit ein und werten schriftliche wie mündliche Ergebnisse gleichermaßen.

Die Abschlusszeugnisse sind Notenzeugnisse, die stufenspezifisch verbale Ergänzungen enthalten. Ebenso erhalten die Kinder und Jugendlichen beim Verlassen der Schule zusätzlich ein Notenzeugnis.

2.9 Elterngespräche/Entwicklungsgespräche

Mit den Eltern in einem konstruktiven Dialog zu sein, ist uns ein wichtiges Anliegen. Neben den monatlichen Elternaben-den in jeder Klasse gibt es zweimal im Schuljahr für jedes Kind das so genannte Entwicklungsgespräch. Eltern, Kind und Lehrer setzen sich zusammen, um die bisherige Entwicklung zu reflektieren und Ziele für das weitere Schuljahr und anstehende Abschlüsse zu beraten und zu formulieren. Zudem gibt es für Eltern ein Gesprächs- und Beratungsangebot der Schulleitung (Termine sind bitte über das Sekretariat zu vereinbaren) und das Elterncafe als offenes Angebot des Schulelternbeirates.

2.10 Orientierungen

Bildungsstandards, Lehr- und Rahmenpläne sowie die Stundentafeln der Integrierten Gesamtschulen in Rheinland-Pfalz sind Rahmen unseres Unterrichts. Darüber hinaus nehmen wir seit Jahren erfolgreich an den staatlichen Vergleichsarbei-ten teil.

3. Unsere Schwerpunkte

3.1 Aktive Beteiligung der Schüler (Partizipation)

Zur Förderung der sozialen und demokratischen Verantwortung werden die Kinder auf unterschiedlichen Ebenen am Schulleben beteiligt. Sie sind ab der 1. Lernstufe in die Entscheidungsprozesse für ihr eigenes Lernen eingebunden. Sie werden dazu ermutigt, ihre Aufgaben selbstständig zu kontrollieren und einzuschätzen, um vom Erwachsenen unabhän-gig zu werden. Sie können und sollen auch selbst entscheiden, welche AG-Angebote sie in der Ganztagsschule wahrnehmen.

Die Kinder nehmen gleichberechtigt an den Lehrer-Schüler-Eltern-Gesprächen teil. In allen Klassen (1 bis 6) tagt jeden Freitag ein Klassenrat, der von zwei (von der Klasse gewählten) Abgeordneten geleitet wird. Weitere wechselnde Rollen nehmen ein Protokollführer, ein Moderator und Zeitwächter ein. Die Lehrperson ist beim Klassenrat grundsätzlich Teilnehmer. Die Abgeordneten treffen sich einmal monatlich klassenübergreifend, um Themen für die ganze Schule zusam-menzutragen. Zwei Schülersprecher nehmen an der einmal monatlich stattfindenden Schülerparlamentssitzung ab Klassenstufe 7 teil. Auch hier werden zwei (manchmal auch bis zu 4) Schülersprecher gewählt, die grundsätzlich die Sitzungen leiten. Die Schülervertretungen tragen ihre Veränderungsvorschläge und Kritikpunkte sowohl regelmäßig im Lehrerteam als auch vierteljährig beim Schulelternbeirat vor. Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Elterninitiative Freie Montessori Schule Landau e. V.“ sind die Schülersprecher  ebenfalls anwesend und vertreten die Belange der SchülerInnen.

Weitere aktive Aufgaben sind die Ämter der Streitschlichter und Schülerlotsen, dafür werden die SchülerInnen eigens vorbereitet und ausgebildet.

Die Schüler bringen sich aktiv bei Festen wie beim Afrikafest oder Weihnachtsmarkt ein, verkaufen selbst zubereitete Nahrungsmittel oder selbsthergestellte Produkte (z. B. seit zehn Jahren für die Äthiopienhilfe/Karl-Heinz Böhm oder aber auch für die Mitfinanzierung von Klassenfahrten).

Die Kinder und Jugendlichen präsentieren selbstständig ihre Schule, sei es beim Tag der Offenen Tür, Hospitationsbesu-chen oder bei Fortbildungen. Sie vertreten die Schule in der Öffentlichkeit, z. B. bei der Didacta, auf der Wirtschaftswoche oder bei Theateraufführungen.

3.2 Schullandheimaufenthalte

Im Konzept der Montessori Schule nimmt das Lernen in Erfahrungsfeldern außerhalb der Schule einen hohen Stellenwert ein. Dazu gehören auch die Klassenfahrten und Schullandheimaufenthalte. Sie dienen dem Lernen vor Ort, sind thematisch auf die Lerninhalte der jeweiligen Lernstufe bezogen und dienen vor allem dem sozialen Miteinander. Die Woche der Klassenfahrt ist eine wichtige Zeit des Lernens und sozialer Erfahrungen, die Teilnahme steht außer Frage und sollte in jedem Fall möglich gemacht werden. Die Ziele können in der Nähe liegen (z. B. Schulbauernhof, Pfälzer Wald), aber auch in die Ferne führen, z. B. ans Meer, in die Berge oder ins benachbarte Ausland. Wir achten auf finanzielle Verträglichkeit und ermuntern die Jugendlichen, sich an der Finanzierung ihrer Klassenfahrt durch Aktionen zu beteiligen.

3.3 Lernangebote an verschiedenen Orten

Die Lernangebote finden in den Unterricht integriert innerhalb und außerhalb der Schule statt. Die handelnde Auseinan-dersetzung mit Unterrichtsthemen ist nicht nur auf die Unterrichtsfächer beschränkt, sondern nimmt auch auf die Lebenspraxis und auf die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt Bezug – sei es im sozialen, musischen oder auch naturorientierten Bereich. In den Unterricht sind z. B. Kochunterricht (in der eigenen Schulküche) und Werkunterricht (in einem eigenen Werkraum) eingebunden, der durch ausgebildete Fachlehrer (Ernährungsberater, Schreiner) begleitet wird. Die Schüler können an einer Schülerzeitung oder auch bei der Ausbildung als Streitschlichter mitwirken oder sich in einer festen Bibliotheksstunde dem Lesen widmen. Im musischen Bereich finden die Schüler Möglichkeiten, Theater zu spielen oder im Chor zu agieren. Psychomotorische Übungen, Übungen der Stille und der Entspannung runden das Angebot ab.
Vor Ort können die Kinder nicht nur der Natur und den Tieren näher kommen, sondern sich auch handelnd Zusammen-hänge im biologischen Bereich erarbeiten. Plätze, an denen regelmäßig Unterrichtsgänge stattfinden, sind z. B. die Kaiserbachermühle, das Naturschutzgebiet auf dem Ebenberg, ein Schulgarten, die Zooschule und die 2014 gegründete Kinder- und Jugendfarm.

Ab der 5. Jahrgangsstufe finden regelmäßig betriebliche Praktika statt. Der Zweck eines Praktikums ist u. a. Einblicke und Erfahrungen in beruflichen Handlungsfeldern zu ermöglichen – zum einen, um persönliche Stärken zu entwickeln und zum anderen, um persönliche Neigungen zu erkennen, die später eine bessere Berufswahl ermöglichen sollen. Das Praktikum wird ab dem zweiten Halbjahr der 8. Jahrgangsstufe auf freiwilliger Basis für ein Schuljahr zum sog. Praxistag erweitert. D. h. einen Tag pro Woche sind unsere Schüler in einem selbstgewählten Betrieb. Im Verlauf der Betriebspraktika sollen möglichst viele Berufsfelder kennen gelernt werden.

3.4 Dokumentation der Lernfortschritte

Die Dokumentation der Entwicklungsfortschritte eines jeden Kindes ist sowohl Aufgabe der Erwachsenen (Klassenlehrer und Tutoren) als auch der Kinder und Jugendlichen selbst. Der tägliche Eintrag der geleisteten Arbeit in ein Lerntagebuch dient als Leistungsnachweis und bildet die Grundlage für Beratungs- und Entwicklungsgespräche zwischen den Kindern, Eltern und ihren Lehrern/-innen. Auch die Erwachsenen vermerken ihre Eindrücke, Materialeinführungen und Beobach-tungen, die in die Entwicklungsberichte und Halbjahresbriefe einfließen. In der wöchentlichen Tutorenstunde (ab Lernstu-fe 7) findet intensive Reflexion und Beratung mit den Jugendlichen statt.

3.5 Übergänge

Übergänge müssen keine kritischen Phasen sein! Mit einem Kinderhaus und allen Schularten unter einem Dach sind wir in der besonderen Situation, die Übergänge von Kinderhaus zu Grundschule und weiterführender Schule fließend und sehr persönlich gestalten zu können. Über Besuche lernen die Kinder die jeweilige neue Gruppe kennen, knüpfen erste Kontakte und bekommen einen ersten Eindruck von neuen Arbeitsweisen und Strukturen. Je nach Persönlichkeitsentwicklung kann die Einschulung früher oder später erfolgen.

3.6 Elternbeteiligung

Die Eltern sind als Träger der Schule eine wichtige Säule, die aktiv und verantwortlich am Aufbau, der Entwicklung und Finanzierung der Schule beteiligt ist. Wir erwarten aktive Elternmitarbeit, die in unterschiedlichen Formen geleistet werden kann. Lehrer und Eltern treffen sich einmal im Monat zu einem Elternabend, um insbesondere pädagogische Themen zum Konzept zu erarbeiten (z. B. Selbstständigkeit in der Schule und zu Hause). Schüler präsentieren Arbeitsergebnisse an einem Elternabend (z. B. Facharbeiten, Praktikumspräsentation usw.). Eltern sind aufgefordert, im Unterricht zu hospitieren, oft bieten Sie an, ihre eigenen beruflichen Stärken (z. B. als Hebamme, KFZ-Mechaniker, Kaufmann u.v.m.) in den Unterricht einzubringen. Lehrer, Schüler und Eltern machen samstags gemeinsame Wanderungen oder einen gemeinsamen Museumsbesuch. Bei der Beteiligung der Eltern an der Reinigung der Klassenräume lernen sie die Lernmaterialien kennen und leisten einen Beitrag zur Erhaltung der Lernumgebung. Eltern bringen sich aktiv zu Schulthemen im Schulelternbeirat ein (entwickeln z. B. einen eigenen Leitfaden für Eltern) und vertreten die Schule in der Öffentlichkeit, u.a. beim Landesdemokratietag, der Didacta oder bei den Kinder- und Jugendtheatertagen.

3.7 Tage des Miteinanders

Wir führen regelmäßig Aktivitäten zur Festigung unserer Schulgemeinschaft durch: Als Beispiele seien hier der Afrikatag, das Sommerfest und der Weihnachtsmarkt genannt.

Dem Afrikatag gehen klassenübergreifende Projekttage voraus. Produkte werden hergestellt und verkauft, ältere Schüler arbeiten entgeltlich in Betrieben und stellen ihren Verdienst  dem guten Zweck zur Verfügung. Der Erlös kommt dem Tagwerk und der Äthiopienhilfe von Karl-Heinz Böhm zugute, die wir seit 11 Jahren unterstützen. Hier sind über verschiedene Aktivitäten bereits weit über 10.000 Euro zusammengekommen (sei es z. B. über Verkäufe auf dem Wochenmarkt oder Gartenarbeit in anderen Haushalten).

3.8 Öffentlichkeitsarbeit

Die Schüler haben immer wieder die Möglichkeit, in der Schule, in der Stadt, aber auch in weiterer Umgebung ihre Schule zu repräsentieren. So verdeutlichen sie oft sehr selbstsicher das Montessori Konzept im praktischen Tun und in Form eines Erfahrungsberichtes. Dies geschieht z. B. auf Studientagen und Fortbildungen, die bei uns in der Schule durchge-führt werden, als Unternehmen „Schule“ auf der Landauer Wirtschaftswoche, als aktive Teilnehmer des Äthiopienarbeitskreises in der Südpfalz, auf der Didacta in Stuttgart oder Köln oder als Workshop auf dem Landesdemokratietag. Zudem wirken die Schüler auch jährlich als Theaterspielende bei den Kinder- und Jugendtheatertagen des Kreises Südliche Weinstraße mit.
Sie stellen sich auf gemeinsamen Informationsveranstaltungen in Landau oder auch bei gemeinsamen Projekten (wie z. B. einem gemeinsamen Literaturprojekt zum Thema „Anne Frank und die anderen Kinder“ mit einer anderen IGS aus Landau) vor. Auf diesem Weg solidarisieren sich die Schüler mit ihrer Schule.

3.9 Berufsorientierung

Die frühzeitige Heranführung der Jugendlichen an die Welt der Arbeit ist ein weiterer Schwerpunkt der IGS. Das Kennenlernen und Erproben verschiedener Praxisfelder und die Arbeit in Lernfeldern außerhalb des Schulhauses kommt der Entwicklung der Jugendlichen entgegen. Jährliche Betriebspraktika bereits ab der 5. Lernstufe, von der Schule begleitet, von den Jugendlichen dokumentiert, werden später erweitert und ergänzt durch gezielte Bewerbertrainings und Kontakte zur Arbeitsagentur sowie Betriebserkundungen. In den Lernstufen 8 und 9 gibt es das Angebot eines Praxistages, der in der Schule vor- und nachbereitet wird. Praxistag bedeutet, die Jugendlichen arbeiten an einem Tag der Woche in einem Betrieb ihrer Wahl und zwar über den Zeitraum zweier Halbjahre.

3.10 Sprachen

Für die Sekundarschule gilt als erste Fremdsprache Englisch, zweite Sprache ist Französisch und/oder wahlweise Latein. Der Fremdsprachenunterricht findet zum Teil in Form von Fachmodulen statt, zum Teil besuchen die Jugendlichen die Sprachenwerkstatt in eigener Verantwortung.

3.11 Die besondere Situation der Lernstufen 7 bis 10

Stark mit ihrer persönlichen Entwicklung beschäftigt, finden die Jugendlichen in dieser Altersphase oft nur schwer den Zugang zum Lernen. Die Zeit der Pubertät ist Umorientierung und Selbstfindung – Lernen ist „Out“! Wer möchte schon ein „Streber“ sein?! Umso wichtiger ist es, die jungen Menschen in dieser Zeit mit dem richtigen Maß an Freiheit und Führung zu begleiten und Schule so zu gestalten, dass die Arbeit mit Kopf, Herz und Hand gelingt.

Montessori schlägt für diese Zeit eine gemeinsame Schule für alle Kinder vor, sowohl für Kinder mit Förderbedarf als auch für leistungsstarke Kinder – eine Schule auf dem Lande. Diese können wir zwar nicht anbieten, dennoch einige Aspekte ihres Konzeptes verwirklichen:

Der klassische Unterricht findet nicht mehr in Form von Fachunterricht statt, sondern in offenen Lernwerkstätten. Die angehenden Jugendlichen tragen sich selbstständig und/oder in Absprache mit ihrem Tutor in eine Lernwerkstatt ein, bestimmen selbst das Maß und die Häufigkeit der Arbeit in einem Fach. Das erfordert ein hohes Maß an Selbsteinschätzung und Selbstkritik. Die jungen Menschen lernen ihre Stärken und Schwächen einzuschätzen und dementsprechend ihre Arbeit zu gewichten.

Ein weiterer Punkt ist die Projektarbeit, die an einem Tag der Woche stattfindet und die Kulturtechniken in den Sachzusammenhang eines Projektes einbindet. Formen von Produktion, Verwaltung und Dienstleistung gehören ebenso zum Bildungsangebot wie handwerkliche und technische Arbeiten. Die Persönlichkeit wird gewinnen aus der Tatsache, dass die jungen Menschen einerseits erleben, dass sie ihr Leben durch eigene Anstrengung in die Hand nehmen und andererseits mit der höchsten Realität des Lebens in Berührung kommen. Geistige Ermüdung wird verhindert durch genügend Abwechslung der Betätigungen.

Die besondere Lernleistung dieser Zeit ist die so genannte Große Arbeit, die in Klasse 9 erstellt wird. Es ist ein selbstgewähltes, in der Regel handwerkliches Projekt, das über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstellt und von einem Mentor der Wahl begleitet wird. Diese Arbeit erfordert große Selbstdisziplin, Eigenverantwortung und die Fähigkeit zu strukturiertem Arbeiten. Mit dem Anfertigen dieser Abschlussarbeit und der Präsentation vor Eltern und einer Fachjury qualifizieren sich die Schülerinnen und Schüler für die Berufsreife. Mit einer Urkunde zu diesem „Gesellenstück“ dokumentiert ihnen die Schule, dass sie selbstständig und eigenverantwortlich arbeiten können und in der Lage sind, ein umfangreiches Thema zu erfassen und strukturiert zu bearbeiten. Der Großen Arbeit geht die Kleine Arbeit in Stufe 7 voraus. Hier stellen die Jugendlichen ein Hobby vor.

3.12 Modellschule Medienkompetenz

Wir sind eine Modellschule des Landes Rheinland-Pfalz für Medienkompetenz. Die verantwortungsvolle Medienerziehung ist daher in allen Altersstufen konzeptionell verankert und kann durch die entsprechende technische Ausstattung optimal durchgeführt werden.

 

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